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Warum Japaner*innen nicht immer die besseren Kantianer*innen sind

Oder: Inwieweit sollten wir unsere Freiheit tatsächlich einschränken?

In einem anderen Beitrag habe ich dafür plädiert, dass eine Japanerin die bessere Kantianerin ist. Zumindest, wenn es um Erkältungen geht. Dem Bedürfnis, alles Schlechte bei sich zu behalten, seien es negative Gefühle oder Erkältungsviren, kommt sie dadurch nach, einen Mundschutz zu tragen, wenn sie erkältet ist. Dieses Verhalten wirkt auf Nicht-Japaner*innen meist merkwürdig, ist bei genauer Betrachtung aber nicht nur sehr rücksichtsvoll, sondern auch viel vernünftiger, als in die eigene Hand zu husten und damit dann alles Mögliche anzufassen. So, wie wir es meist gelernt haben. Dem Kategorischen Imperativ hält letzteres Verhalten kaum Stand.

Im Sinne Kants ist es vernünftig, sich an (vernünftige) Gesetze und Regeln zu halten, auch wenn sie mich in meiner Freiheit beschränken. Und hier kommt der Grund, warum eine Japanerin doch nicht immer die bessere Kantianerin ist.

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Grenzen

Pünktlich zum 25. Jubiläum des Mauerfalls fiel mir nun eine Postkarte wieder in die virtuellen Hände, die das Brandenburger Tor zeigt. Ein Freund hatte sie, zusammen mit anderen Kuriositäten, diesen Sommer in einem Trödelladen gekauft, während eines Sommerfestes auf dem Lande (der besagten Feierlichkeit mit der Feuergöttin). Die Postkarte lag mit einigen anderen auf dem Tisch in der Mitte des Hofes. Es dauerte nicht lange, bis die Karte Aufmerksamkeit auf sich zog und Fragen nach sich:

Von welcher Seite wurde das aufgenommen? Ach ja, von dort. Aber ist das nicht die falsche Seite? Müssten die Grenzsoldaten nicht auf der anderen stehen? Und war zu der Zeit, als es Grenzsoldaten gab, eine derartige Technik überhaupt möglich?

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